1965-1969

1965

Gerhardt Hundt, Hamburg, damals Präsident des Bundes Deutscher Betriebssportverbände, trägt sich anläßlich des 15jährigen Bestehens des BSV Münster in das goldene Buch der Stadt Münster ein.

Langsam, aber stetig wächst der Verband weiter: 830 Mitglieder sind in diesem Jahr gemeldet.

Eine Tischtennis-Spielordnung wird eingeführt. Im Handball wird zum ersten Mal der Fairness-Pokal an die BSG LVA Westfalen vergeben.

Auch das erneute Obleutetreffen in Havixbeck festigt die Gemeinschaft der im Verband Engagierten.

Bei den ersten Westfalenpokalspielen im Tischtennis, die in Münster ausgetragen werden, geht der erste Titel nach Münster zur BSG Provinzial-Lebensversicherungsanstalt von Westfalen mit einem 7:5 Sieg gegen die BSG Finanzamt Bielefeld-Stadt.

Hamburgs Betriebssportler schnuppern erstmalig münstersche Luft: Die freundschaftliche Städtebegegnung am 6.11.1965 gehört mit zur Feier des 15jährigen Bestehens des BSV Münster.

1966

Die Tausender-Schallmauer ist durchbrochen: Beim Betriebssport-Verband sind 1221 Sporttreibende registriert. Neben der Freude über diesen rasanten Zuwachs stellen diese Zahlen den Vorstand vor große Probleme bei der Sportstätten-Beschaffung: Denn auch in Münster gibt es noch längst nicht wieder ausreichende Anlagen. So entstehen erste,vorsichtige Pläne für den Bau einer eigenen Mehrzweck-Sportanlage.

Die ersten eigenen Fußball-Schiedsrichter im BSV

Doch offensichtlich nicht alle Beobachter freuen sich über die rasante Mitglieder-Steigerung. Der Vorstand muß sich in diesem Jahr mit dem Ärgernis beschäftigen, dass für die Betriebssport-Fußball-Spiele die offiziellen Fußball-Schiedsrichter nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Doch das hat keinesfalls Resignation zu Folge, denn der BSV greift zur Selbsthilfe und richtet gleich eigene Schiedsrichter-Lehrgänge (unser Foto) und eine BSV-Schiedsrichter-Vereinigung ein.

Die Hoffnung auf eine eigenen Sportanlage muß allerdings in diesem Jahr zunächst begraben werden.

1967

Der Mitgliederzuwachs hält weiterhin an: 1566 Münsteraner treiben, in 44 Betriebssportgemeinschaften organisiert, ihre Lieblingssportarten. Neu und gleich besonders beliebt: Das Schwimmen.

TT-Freundschaftsspiel in Dortmund am 25.11.1968. Foto noch mit dem alten Vorsitzenden

1968

Veränderungen im Vorstand: Theo Käuper als stellvertretender Vorsitzender und Hans Nolte als Geschäftsführer erweitern das Gremium, mit dem Erfolg, dass der Vorsitzende spürbar entlastet wird – die Aufgaben konnten bei der inzwischen erreichten Größe des Verbandes nicht mehr in Personalunion vom Vorsitzenden wahrgenommen werden. Überraschung dann zum Ende des Jahres: Der Verbandsvorsitzende tritt zurück. Der Restvorstand überträgt daraufhin Willi Hane die Verantwortung für das „Schiff Betriebssport-Verband“.

Ein Erfolg in diesem Jahr ist die Aufnahme des BSV als Mitglied in den Stadtverband für Leibesübungen; nach der Turngemeinde bilden die Betriebssportler den zweitgrößten „Sportverein“ der Stadt.

Ein weiteres „Kind“ wird in die Reihe der Angebote aufgenommen: Die Sparte Speckbrett – eine münstersche Besonderheit – wird ab diesem Jahr angeboten. Die kooperative Mitgliedschaft im Westdeutschen Fußballverband hat zwar den Vorteil, dass der Westdeutsche Betriebssportverband nun auch dem Landessportbund angeschlossen ist, verlangt allerdings, dass keine Spielgemeinschaften – etwa Thekenmannschaften – mehr aufgenommen werden dürfen; auch das Doppelspielerverbot muß akzeptiert werden: Wer in BSG-Fußballteams mitspielt, darf nicht gleichzeitig in einem DFB-Team spielberechtigt sein.

1969

Schon in diesem Jahr wird das 2000. Mitglied eingeschrieben – und kürt den ersten Weltmeister des BSV Münster. Denn der Stadtmeister im Speckbrett, die BSG Westdeutsche Landesbank, hat sämtliche Titel in diesem Gewinn eingeschlossen – diese Sportart wird ja nur im Betriebssport in Münster ausgeübt!

Zufrieden kehrt eine Stadtauswahl für Fußball, Handball und Tischtennis von den Jubiläums-Turnieren in Hamburg zurück. Als Gäste anläßlich des 20jährigen Bestehens des BSV Hamburg bezwingen die münsterschen Handballer die gesamte Konkurrenz und werden Turniersieger – stolz nimmt Mannschaftsführer Gerd Türck den Pokal entgegen. Die Fußballer müssen sich mit einem vierten Rang begnügen.

Noch im gleichen Jahr erwidern die Hamburger den Besuch der Münsteraner. Neben Fußball und Tischtennis-Team kann sich erstmals auch eine Damentischtennis-Mannschaft mit den Hamburgerinnen messen, knapp unterliegen die Münsteranerinnen den Hanseatinnen mit 4:5.

Interessiert verfolgten die Gäste aus dem Norden ein Speckbrett-Demonstrationsspiel.

Doch nicht nur spielerisch kümmern sich die Münsteraner um ihre Gäste. Der Empfang am nächsten Tag auf dem Mühlenhof – unser Foto zeigt den 2. Vorsitzenden des BSV Hamburg, Wolfgang Wollenhaupt – wird zum echten Höhepunkt der Begegnung.

Ein Schinkenessen und der Umtrunk besiegeln die entstehende Freundschaft zwischen den Verbänden. Die Städtebegegnungen mit Hamburg und Berlin erscheinen allen Beteiligten als großer freundschaftlicher Gewinn.